WOOD & MORE · BBQ MIT FREUNDEN
Drei Fleischkomponenten, Kartoffeln, Mais, Gemüse und zwei Saucen.
Klingt erstmal nach einem Grillabend, bei dem einer arbeitet und fünf zuschauen.
Genau das wollen wir nicht.
Unsere BBQ-Platte für sechs funktioniert deshalb nicht nach dem Prinzip
„alles gleichzeitig auf den Grill“.
Wir bereiten vor, sortieren nach Garzeit und bringen die einzelnen Komponenten
Schritt für Schritt ans Ziel.
Der entscheidende Punkt: Nicht alles muss gleichzeitig auf den Grill.
Es muss nur ungefähr gleichzeitig fertig sein.
BBQ-PLATTE FÜR 6
Alles auf einen Blick
Zum Abspeichern
Personen
6
Chicken
ca. 1 kg
Salsiccia
ca. 500 g
Beef
700–800 g
Kartoffeln
1,2 kg
Gemüse & Mais
ca. 1,2 kg
Saucen
2
Servierboard
70 cm+
DIE IDEE
Eine gute BBQ-Platte ist kein Fleischberg. Sie ist ein Plan.
Chicken braucht länger als Bavette.
Kartoffeln brauchen länger als Zucchini.
Brot braucht praktisch gar keine Zeit.
Wer alles gleichzeitig auflegt, weil alles gleichzeitig gegessen werden soll,
hat am Ende meistens entweder kalte Wurst oder übergartes Fleisch.
EINKAUFSLISTE
Unsere BBQ-Platte für sechs Freunde
Vom Grill
- 6 Hähnchen-Unterkeulen oder kleine Drumsticks, zusammen ca. 1 kg
- 4 große Salsiccia, zusammen ca. 500 g
- 1 Bavette oder Flanksteak, ca. 700–800 g
- Salz
- schwarzer Pfeffer
- etwas Öl
Drei Fleischkomponenten reichen.
Chicken bringt Würze, Salsiccia Saftigkeit und das aufgeschnittene Beef
sorgt am Ende für den gemeinsamen Mittelpunkt.
Kartoffeln
- 1,2 kg kleine Kartoffeln
- 3 EL Olivenöl
- 1 TL grobes Salz
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver
- 1 TL Rosmarin
Kurz vorbereitet:
Kartoffeln halbieren oder vierteln,
mit Öl und Gewürzen vermengen und frühzeitig rösten.
Sie dürfen ruhig vor dem Fleisch einen deutlichen Vorsprung bekommen.
Mais & Grillgemüse
- 3 Maiskolben
- 2 rote Paprika
- 2 kleine Zucchini
- 2 rote Zwiebeln
- 2 EL Olivenöl
- Salz
Maiskolben halbieren.
Paprika in größere Stücke,
Zucchini längs in breite Scheiben und Zwiebeln in dicke Spalten schneiden.
Nicht zu klein schneiden.
Wir grillen Gemüse – wir suchen es später nicht zwischen den Roststäben.
Brot & Frische
- 1 Focaccia oder großes Ciabatta
- 1 Zitrone
- 1 Bund glatte Petersilie
- optional etwas Rucola
Brot und Kräuter machen aus Fleisch und Gemüse am Ende eine Platte
statt einfach nur verschiedene Dinge, die zufällig vom selben Grill kommen.
!
Unser Mengenprinzip:
Wir planen nicht drei komplette Fleischportionen pro Person.
Jeder probiert von allem – deshalb funktioniert die Mischung.
Zwei Saucen reichen völlig
Auch bei dieser Platte brauchen wir keine Sammlung halbvoller Flaschen.
Zwei Saucen mit unterschiedlichen Aufgaben funktionieren besser:
eine frisch und cremig, eine rauchig und würzig.
01
FRISCH
Kräuter-Limetten-Joghurt
Dafür brauchen wir
- 250 g griechischer Joghurt
- 1/2 Limette
- 1 kleine Knoblauchzehe
- 2 EL gehackte Petersilie
- 1 EL Olivenöl
- Salz und Pfeffer
So geht's
Joghurt mit Limettensaft, etwas Limettenabrieb,
fein geriebenem Knoblauch, Petersilie und Olivenöl verrühren.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mindestens 20 Minuten kalt stellen.
Die Sauce bringt genau das auf die Platte,
was Chicken, Wurst und Kartoffeln irgendwann dringend brauchen:
Frische.
02
RAUCHIG & SÜSS
Honig-Senf-BBQ-Sauce
Dafür brauchen wir
- 150 ml BBQ-Sauce
- 1 EL mittelscharfer Senf
- 1 EL Honig
- 1 TL Apfelessig
- optional etwas Chili
So geht's
Alle Zutaten miteinander verrühren.
Mit etwas Apfelessig lässt sich die Süße ausbalancieren.
Wer es schärfer möchte, gibt Chili dazu.
Ein Teil kann später dünn auf das Chicken gepinselt werden.
Den Rest stellen wir als Sauce aufs Board.
Wichtig:
Sauce, die mit rohem Geflügel in Kontakt gekommen ist,
nicht anschließend ungekocht als Tischsauce verwenden.
03
DER VORSPRUNG
Die Kartoffeln starten zuerst
Backofen oder Grill auf etwa 200 °C vorbereiten.
Kartoffeln halbieren oder vierteln und mit Olivenöl,
Paprikapulver, Rosmarin und Salz vermengen.
Auf einem Blech, einer Grillplatte oder in einer geeigneten Schale
ungefähr 35–45 Minuten rösten.
Zwischendurch wenden.
Sie sind fertig, wenn sie außen deutliche Farbe haben
und innen weich sind.
Die Kartoffeln dürfen später einige Minuten warm stehen.
Ein Bavette möchte diesen Luxus deutlich weniger.
04
DAS CHICKEN
Als Nächstes kommen die Drumsticks
Drumsticks trocken tupfen, leicht ölen und würzen.
Bei mittlerer indirekter Hitze grillen,
damit die Haut nicht schon dunkel ist,
während das Fleisch am Knochen noch Zeit braucht.
Gegen Ende können die Keulen über direkter Hitze Farbe bekommen
und dünn mit unserer BBQ-Sauce glasiert werden.
Geflügel vollständig durchgaren.
Als sichere Orientierung kontrollieren wir eine Kerntemperatur von mindestens
74 °C an der dicksten Stelle, ohne direkt am Knochen zu messen.
DER GRILL-TRICK
Baue dir mindestens zwei Temperaturzonen.
Eine direkte heiße Zone für Röstaromen und Finish.
Eine ruhigere indirekte Zone für Komponenten,
die Zeit brauchen oder bereits fast fertig sind.
Ein Grill mit nur „volle Pulle“ ist bei einer gemischten BBQ-Platte ungefähr so hilfreich
wie ein Auto mit ausschließlich Vollgas.
05
WURST & GEMÜSE
Jetzt füllt sich der Grill
Sobald das Chicken einen guten Vorsprung hat,
kommen Salsiccia und Mais dazu.
Rohe Salsiccia nicht nur außen schnell dunkel grillen.
Wir garen sie vollständig durch und geben ihr erst gegen Ende kräftigere direkte Hitze.
Mais regelmäßig drehen.
Paprika, Zucchini und Zwiebeln leicht ölen und salzen.
Sie kommen später auf die direkte Zone,
damit sie Farbe bekommen, aber noch etwas Struktur behalten.
06
DER SCHNELLE
Das Bavette kommt fast zum Schluss
Das Beef trocken tupfen und kurz vor dem Grillen salzen.
Über hoher direkter Hitze kräftig angrillen.
Je nach Dicke einige Minuten pro Seite.
Wir steuern auch hier lieber über die Kerntemperatur als über eine starre Minutenangabe.
Für Medium Rare liegt unser kulinarischer Zielbereich ungefähr bei
54–56 °C.
Danach einige Minuten ruhen lassen.
Und noch nicht schneiden.
Das machen wir erst, wenn das Board bereitsteht.
MYTHOS #01
„Eine richtige BBQ-Platte braucht möglichst viel Fleisch.“
NEIN.
Drei verschiedene Fleischkomponenten sind für sechs Personen bereits mehr als genug,
wenn Kartoffeln, Gemüse, Mais, Brot und Saucen dazukommen.
Eine Platte wird nicht besser,
weil unter dem fünften Stück Fleisch kein Holz mehr zu sehen ist.
Frische, Säure, Gemüse und unterschiedliche Texturen
sorgen dafür, dass man auch nach dem dritten Bissen noch Lust auf den vierten hat.
DER ZEITPLAN
Um 19:00 Uhr kommt das Board auf den Tisch
Die Zeiten sind eine Orientierung.
Grill, Fleischstärke und tatsächliche Temperaturen entscheiden am Ende mit.
17:30
Beide Saucen vorbereiten
17:45
Kartoffeln vorbereiten
18:00
Kartoffeln rösten und Grill einregeln
18:10
Chicken indirekt auflegen
18:25
Salsiccia und Mais dazu
18:35
Paprika, Zucchini und Zwiebeln grillen
18:45
Beef auf die heiße Zone
18:52
Beef ruhen lassen, Chicken finishen, Brot kurz rösten
18:57
Board aufbauen und Beef aufschneiden
19:00
Alles auf den Tisch. Bier auf. Feierabend.
Nicht alles muss gleichzeitig auf den Grill.
Es muss nur gleichzeitig gut schmecken.
Jetzt wird aus Grillgut eine BBQ-Platte
Das ist der Moment, an dem unser großes Board seinen eigentlichen Job bekommt.
Wir kippen nicht einfach alles darauf.
Auch eine rustikale BBQ-Platte darf Struktur haben.
07
DER AUFBAU
Von groß nach klein – und heiß nach ganz heiß
Zuerst kommen die Saucenschalen auf das Board.
Danach Kartoffeln und Grillgemüse in größere Gruppen legen.
Sie bilden die Basis und können ein paar Minuten warten.
Maiskolben und Salsiccia dazwischen verteilen.
Chicken bekommt einen eigenen Bereich.
Das Bavette schneiden wir ganz zum Schluss
quer zur Faser in dünnere Tranchen
und legen es leicht aufgefächert in die Mitte.
Etwas grobes Salz darüber,
Kräuter dazwischen,
ein paar Zitronenspalten dazu.
Brot darf teilweise aufs Board und teilweise daneben.
AUS UNSERER PRAXIS
Bei einer BBQ-Platte zählt nicht nur Fläche. Es zählt Zugriff.
Sechs Leute greifen aus verschiedenen Richtungen zu.
Gleichzeitig liegen Fleisch, Gemüse, Schalen und Beilagen auf derselben Fläche.
Genau deshalb wird ein langes Board schnell angenehmer als ein tiefes,
sehr kompaktes Brett.
Im Bereich 70 cm und größer
können mehrere Gruppen entstehen,
ohne dass beim Griff zur Wurst zuerst über das Beef geangelt werden muss.
MACH DAS NICHT
5 Fehler, die eine BBQ-Platte unnötig kompliziert machen
1
Alles gleichzeitig auf den Grill legen
Gleiche Essenszeit bedeutet nicht gleiche Garzeit.
Chicken, Gemüse und Bavette brauchen völlig unterschiedliche Abläufe.
2
Fünf Fleischsorten einplanen
Irgendwann wird aus Vielfalt nur noch Logistik.
Drei unterschiedliche Komponenten reichen vollkommen.
3
Nur eine Temperaturzone haben
Manche Dinge brauchen direkte Hitze,
andere Zeit.
Eine indirekte Zone ist bei dieser Platte Gold wert.
4
Das fertige Beef zuerst schneiden
Kartoffeln und Gemüse dürfen warten.
Aufgeschnittenes Fleisch sollte möglichst spät aufs Board.
5
Rohes und fertiges Fleisch vermischen
Bretter, Zangen und Flächen für rohes Fleisch
nicht ungewaschen anschließend für fertig gegartes Grillgut verwenden.
Was kommt wohin?
| Komponente |
Wann aufs Board? |
Position |
| Saucen |
Zuerst |
In kleinen Schalen als Ankerpunkte |
| Kartoffeln |
Früh |
Große lockere Gruppe |
| Grillgemüse |
Früh |
Nach Farben gruppieren |
| Mais |
Mitte |
An Rand oder Ecken |
| Salsiccia |
Später |
Ganz oder schräg halbiert |
| Chicken |
Später |
Eigener Bereich |
| Bavette |
Ganz zum Schluss |
Aufgeschnitten als Mittelpunkt |
| Brot |
Zum Schluss |
Boardrand oder Korb daneben |
DAS SETUP
Welche Bretter bei dieser BBQ-Platte wirklich einen Job haben
Vorbereitung, Anschnitt und Servieren sind drei verschiedene Aufgaben.
VORBEREITEN
Großes Chefbrett
Gemüse, Kartoffeln und weitere Zutaten werden vorbereitet,
während rohes Fleisch sauber getrennt bleibt.
ANSCHNEIDEN
Massives Schneidebrett
Das Bavette bekommt nach dem Ruhen eine saubere,
stabile Fläche für den Anschnitt quer zur Faser.
SERVIEREN
Pitmaster- oder CaterBoard
Fleisch, Gemüse, Kartoffeln, Mais und Saucen
kommen gemeinsam als große BBQ-Platte auf den Tisch.
FAQ
Wie viel Fleisch brauche ich für eine BBQ-Platte für sechs Personen?
Bei mehreren Fleischsorten und großzügigen Beilagen
planen wir insgesamt ungefähr 2,2–2,3 kg rohes Fleisch.
Wichtig ist dabei, dass nicht jeder von jeder Fleischsorte
eine komplette Einzelportion braucht.
Welche Fleischsorten eignen sich für eine gemischte BBQ-Platte?
Wir kombinieren gerne Komponenten mit unterschiedlichen Charakteren und Garzeiten.
In unserem Beispiel sind das Chicken, Salsiccia und ein größerer Beef-Cut wie Bavette oder Flanksteak.
Kann ich die BBQ-Platte vorbereiten?
Sehr viel davon.
Saucen, Gemüse, Kartoffeln und Fleischvorbereitung können vor dem eigentlichen Grillen erledigt werden.
Die heißen Komponenten und besonders das aufgeschnittene Beef kommen erst kurz vor dem Servieren aufs Board.
Wie groß sollte ein BBQ-Board für sechs Personen sein?
Wenn wirklich Fleisch, Kartoffeln, Gemüse, Mais und Saucen gemeinsam serviert werden sollen,
würden wir eher großzügig planen.
Ab ungefähr 70 cm Länge beginnt eine solche Platte deutlich entspannter zu werden.
Muss alles auf ein Board?
Nein.
Brot, zusätzliche Saucen oder weitere Beilagen dürfen selbstverständlich daneben stehen.
Ein gutes Board organisiert das Essen – es muss nicht den gesamten Tisch ersetzen.
Wie halte ich alles gleichzeitig warm?
Wir versuchen nicht, jedes Lebensmittel exakt zur gleichen Sekunde fertigzustellen.
Robustere Komponenten wie Kartoffeln, Mais und Gemüse können etwas früher fertig werden
und kurz warm gehalten werden.
Empfindlichere Komponenten wie das Beef kommen ganz zum Schluss.
Kann ich die Platte auch auf einem Kamado machen?
Sehr gut sogar.
Gerade die Möglichkeit, mit direkter und indirekter Hitze zu arbeiten,
passt hervorragend zu einer Platte mit unterschiedlichen Garzeiten.
FAZIT
Viele Dinge vom Grill. Ein gemeinsamer Plan.
Die BBQ-Platte sieht am Ende nach viel aus.
Genau deshalb sollte der Ablauf vorher einfach sein.
Kartoffeln bekommen Vorsprung.
Chicken braucht Zeit.
Wurst und Mais kommen später.
Gemüse bekommt Hitze.
Das Beef wartet bis zum Schluss.
Dann kommt alles auf ein großes Board,
jeder greift zu und niemand muss sechs Teller gleichzeitig bauen.
Sechs Freunde. Ein Grill. Ein großes Board. So darf ein Abend anfangen.