WOOD & MORE · SUNDAY BRUNCH
Sechs Leute zum Brunch einzuladen klingt entspannt.
Bis Sonntagmorgen gleichzeitig Eier, Croissants, Kaffee, Lachs, Obst und drei verschiedene Aufstriche Aufmerksamkeit wollen.
Deshalb machen wir es anders.
Wir bereiten fast alles vor, bauen ein großes Brunch-Board und lassen nur die Dinge bis zum Schluss warten,
die wirklich frisch oder warm auf den Tisch gehören.
Das Ziel: Um 10 Uhr klingelt es – und wir stehen nicht mehr mit Schneebesen, Brotmesser und leichtem Kontrollverlust in der Küche.
BRUNCH FÜR 6
Alles auf einen Blick
Zum Abspeichern
Personen
6
Croissants
6 Stück
Brot
ca. 500 g
Frittata
10 Eier
Lachs
250–300 g
Käse & Schinken
ca. 650 g
Vorbereitung
ca. 60 Min.
Servierboard
gern 70 cm+
DIE EIGENTLICHE IDEE
Ein guter Brunch wird nicht am Sonntagmorgen gerettet. Er wird vorher geplant.
Der größte Fehler ist nicht zu wenig Auswahl.
Der größte Fehler ist, sechs Dinge gleichzeitig frisch zubereiten zu wollen.
Unser Brunch besteht deshalb überwiegend aus Komponenten,
die warten können – und nur wenigen Dingen, bei denen der Zeitpunkt wirklich zählt.
Was kommt auf unseren Brunch-Tisch?
Wir bauen kein Hotelbuffet.
Für sechs Personen reicht eine Mischung aus etwas Warmem,
etwas Herzhaftem, etwas Frischem, gutem Brot und ein paar Dingen,
die jeder unterschiedlich kombinieren kann.
EINKAUFSLISTE
Unser Brunch für sechs Personen
Brot & Gebäck
- 6 Croissants
- 1 gutes Sauerteigbrot oder Bauernbrot, ca. 500 g
- optional 1 kleines Baguette
- Butter
- 1 Glas gute Konfitüre
- Honig
Unser Tipp:
Lieber zwei wirklich gute Brotsorten als sechs verschiedene Brötchen,
von denen am Ende überall eines übrig bleibt.
Käse & Schinken
- 150 g Brie oder Camembert
- 150 g Bergkäse oder kräftiger Schnittkäse
- 150 g Kochschinken
- 150 g Prosciutto oder luftgetrockneter Schinken
Damit haben wir weich und kräftig beim Käse sowie mild und würziger beim Schinken.
Mehr Auswahl brauchen sechs Leute nicht zwingend.
Lachs & Frisches
- 250–300 g Räucherlachs
- 1 Salatgurke
- 250 g Kirschtomaten
- 1 Bund Radieschen
- 1 Bio-Zitrone
- etwas Dill oder Schnittlauch
Gurke, Radieschen und Tomaten bringen etwas Knackiges zwischen Käse,
Ei, Lachs und Croissant.
Obst & Süßes
- 250 g Beeren
- 300 g Weintrauben
- 500 g griechischer Joghurt oder Naturjoghurt
- 150 g Granola
- Honig
Joghurt und Granola müssen nicht zwingend aufs große Board.
Eine schöne Schale daneben hält das Ganze übersichtlich.
!
Unser Brunch-Prinzip:
Eine warme Hauptkomponente reicht.
Bei uns ist das die Frittata.
Alles andere darf sich entspannt darum herum benehmen.
Drei Dinge machen wir selbst
Ein guter Brunch muss nicht bedeuten, dass wir Sonntagmorgen um sieben Uhr anfangen,
Croissants zu laminieren.
Wir kaufen gute Grundprodukte und machen drei Dinge selbst,
die wenig Arbeit machen, aber dem gesamten Tisch deutlich mehr Charakter geben.
01
WARM & HERZHAFT
Ofen-Frittata mit Spinat, Tomate und Feta
Dafür brauchen wir
- 10 Eier
- 100 ml Milch oder Sahne
- 100 g Babyspinat
- 150 g Kirschtomaten
- 120 g Feta
- 1 kleine rote Zwiebel
- 1 EL Olivenöl
- Salz und Pfeffer
So geht's
Backofen auf etwa 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Zwiebel fein schneiden.
Kirschtomaten halbieren.
Den Spinat kurz mit etwas Olivenöl zusammenfallen lassen.
Eier mit Milch, etwas Salz und Pfeffer gründlich verquirlen.
Spinat, Zwiebeln und Tomaten in eine gefettete Auflaufform oder ofenfeste Pfanne geben.
Eimasse darübergeben und den Feta grob darüberbröseln.
Etwa 20–25 Minuten backen,
bis die Frittata gestockt und in der Mitte nicht mehr flüssig ist.
Anschließend fünf Minuten ruhen lassen und in ungefähr zwölf Stücke schneiden.
Der große Vorteil:
Niemand muss sechs Spiegeleier gleichzeitig auf den Punkt bringen.
02
ZUM LACHS
Zitronen-Kräuter-Frischkäse
Dafür brauchen wir
- 200 g Frischkäse
- 2 EL Naturjoghurt
- Abrieb von 1/2 Bio-Zitrone
- 1 TL Zitronensaft
- 1 EL fein geschnittener Dill oder Schnittlauch
- schwarzer Pfeffer
- eine kleine Prise Salz
So geht's
Frischkäse und Joghurt glatt rühren.
Zitronenabrieb, Zitronensaft und Kräuter unterheben.
Mit Pfeffer und wenig Salz abschmecken.
Räucherlachs bringt bereits genügend Würze mit.
Danach kalt stellen.
Am nächsten Morgen kurz durchrühren,
in eine kleine Schale geben und mit ein paar Kräutern dekorieren.
03
FRISCH & CREMIG
Avocado-Creme
Dafür brauchen wir
- 2 reife Avocados
- Saft von 1/2 Limette
- 1 EL Olivenöl
- Salz
- schwarzer Pfeffer
- optional einige Chiliflocken
So geht's
Avocados halbieren, Fruchtfleisch herauslösen und mit einer Gabel grob zerdrücken.
Limettensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer dazugeben.
Wer etwas Schärfe mag, ergänzt wenige Chiliflocken.
Nicht komplett glatt pürieren.
Ein bisschen Struktur steht der Creme gut.
Diese Komponente machen wir bewusst erst am Morgen.
Avocado kann trotz Säure mit der Zeit unattraktiv dunkel werden.
SAMSTAGABEND
Alles vorbereiten, was über Nacht nicht schlechter wird.
Zitronen-Kräuter-Frischkäse fertig machen.
Getränke kalt stellen.
Geschirr und Board herauslegen.
Zutaten kontrollieren.
Das klingt unspektakulär.
Sonntagmorgen fühlt es sich allerdings überraschend professionell an.
SONNTAGMORGEN
Um 10 Uhr klingelt es
Unser Ziel ist nicht, um 9:59 Uhr fertig zu werden.
Unser Ziel ist, um 9:50 Uhr fertig zu sein.
08:45
Tisch decken und Board bereitstellen
09:00
Frittata vorbereiten
09:15
Frittata in den Ofen
09:20
Käse, Schinken, Obst und Gemüse vorbereiten
09:30
Avocado-Creme machen
09:35
Croissants aufbacken und Brot schneiden
09:40
Board aufbauen
09:50
Lachs, Frittata und letzte frische Zutaten ergänzen
10:00
Kaffee einschenken. Hinsetzen.
Der beste Brunch ist der, bei dem der Gastgeber irgendwann selbst frühstückt.
So bauen wir das Brunch-Board auf
Auch hier gilt wieder:
nicht einfach alles irgendwo hinlegen.
Ein großes Board wirkt dann gut,
wenn unterschiedliche Bereiche entstehen und trotzdem alles zusammengehört.
04
DIE ANKER
Erst Schalen und große Komponenten
Beginne mit Butter, Konfitüre, Avocado-Creme und Kräuter-Frischkäse.
Diese kleinen Schalen verteilen wir auf dem Board,
statt sie alle nebeneinander zu stellen.
Danach kommen Brie oder Camembert und das Stück Bergkäse dazu.
Damit steht das Grundgerüst.
05
HERZHAFT
Schinken und Lachs bekommen eigene Bereiche
Kochschinken und Prosciutto locker falten statt flach aufeinanderzulegen.
Räucherlachs ebenfalls locker auflegen und mit ein paar Zitronenspalten,
Dill und Gurkenscheiben ergänzen.
Der Lachs sollte nicht zwischen Käse, Croissants und Konfitüre verschwinden.
Er bekommt bewusst seinen eigenen Bereich.
06
FARBE & FRISCHE
Obst und Gemüse machen aus Beige einen Brunch
Radieschen halbieren oder vierteln.
Gurke in dünne Scheiben schneiden.
Tomaten halbieren.
Beeren und Weintrauben in kleinen Gruppen verteilen.
Das bringt nicht nur Farbe.
Nach Croissant, Käse und Frittata ist etwas Frisches ziemlich willkommen.
07
GANZ ZUM SCHLUSS
Warm und knusprig wartet nicht
Croissants und geschnittenes Brot kommen möglichst spät dazu.
Die Frittata schneiden wir nach kurzer Ruhezeit in Stücke
und legen sie warm auf einen freien Bereich des Boards
oder auf ein zweites kleines Servierbrett daneben.
Gerade bei sechs Personen muss nicht zwanghaft alles auf dieselbe Fläche.
Das Board soll das Essen organisieren – nicht einen Rekord im Stapeln aufstellen.
MYTHOS #01
„Ein guter Brunch braucht möglichst viel Auswahl.“
BRAUCHT ER NICHT.
Mehr Auswahl bedeutet irgendwann vor allem:
mehr Packungen öffnen, mehr Schalen aufstellen und mehr Reste wegräumen.
Zwei Käse, zwei Schinken, Lachs, eine warme Eierspeise,
zwei gute Aufstriche, Brot, Obst und Gemüse ergeben bereits sehr viele Kombinationen.
Gute Auswahl entsteht durch Unterschiede – nicht durch Menge.
AUS UNSERER PRAXIS
Beim Brunch braucht ein großes Board vor allem Struktur.
Beim Schneiden suchen wir möglichst viel freie Arbeitsfläche.
Beim Brunch soll dieselbe Fläche viele unterschiedliche Dinge übersichtlich zusammenbringen.
Schalen brauchen Platz.
Brot braucht einen trockenen Bereich.
Lachs und Aufstriche sollten nicht überall landen.
Und sechs Personen müssen gleichzeitig zugreifen können.
Deshalb wird ein langes Servier- oder CaterBoard hier schnell praktischer
als fünf einzelne kleine Platten.
MACH DAS NICHT
5 Dinge, die Sonntagmorgen unnötig stressig machen
1
Sechs warme Dinge gleichzeitig planen
Eier, Pancakes, Würstchen, Speck, warme Croissants und gebratene Pilze
klingen großartig – solange jemand anderes sie zubereitet.
Eine warme Hauptkomponente reicht uns.
2
Avocado schon am Vorabend machen
Manche Dinge lassen sich wunderbar vorbereiten.
Avocado gehört nur bedingt dazu.
Die fünf Minuten am Morgen investieren wir.
3
Brot viel zu früh schneiden
Ein gutes Sauerteigbrot schafft es ganz alleine,
innerhalb einer Stunde weniger interessant zu werden.
Deshalb kommt das Brotmesser spät zum Einsatz.
4
Alles aufs große Board zwingen
Joghurt, Granola, Saft und Kaffee dürfen daneben stehen.
Das Board ist Mittelpunkt – kein Möbelpacker.
5
Bis zur Türklingel optimieren
Wenn die Gäste um zehn kommen,
sollte unser Plan nicht um 9:59 Uhr enden.
Zehn Minuten Puffer sind beim Brunch ziemlich luxuriös.
Was kommt aufs Board – und was lieber daneben?
| Komponente |
Wohin? |
Warum? |
| Schinken & Käse |
Board |
Gut portionierbar und einfach erreichbar |
| Räucherlachs |
Board |
Eigener Bereich mit Zitrone und Kräutern |
| Aufstriche |
Board in Schalen |
Sauber getrennt und gut erreichbar |
| Croissants |
Board oder Brotkorb |
Erst kurz vor dem Servieren |
| Frittata |
Board oder extra Servierbrett |
Warm und leicht zugänglich |
| Obst & Gemüse |
Board |
Farbe, Frische und kleine Lücken füllen |
| Joghurt & Granola |
Daneben |
Braucht nicht unnötig Boardfläche |
| Kaffee & Saft |
Definitiv daneben |
Wir wollten ein Servierboard und keinen Getränketräger |
+
Brunch-Bonus:
Wenn später noch etwas übrig ist,
kann das Board einfach auf dem Tisch bleiben.
Jeder nimmt sich nach.
Kein erneutes Anrichten, kein Buffetverkehr.
DAS SETUP
Welche Bretter bei diesem Brunch wirklich einen Job haben
Das große Board präsentiert.
Das Chefbrett bereitet vor.
Kleine Bretter funktionieren direkt am Platz.
VORBEREITEN
Chefbrett
Brot, Obst, Gemüse, Käse und alle Schneidarbeiten werden vorbereitet,
ohne ständig das fertige Brunch-Board wieder freiräumen zu müssen.
DER MITTELPUNKT
Großes Cater- oder Servierboard
Schinken, Käse, Lachs, Croissants, Aufstriche und frische Komponenten
kommen als gemeinsames Brunch-Board auf den Tisch.
AM PLATZ
Kleine Vesperbretter
Croissant, Brot, Käse und Lachs lassen sich direkt am Platz zusammenstellen,
ohne dass für alles ein klassischer Frühstücksteller nötig ist.
FAQ
Wie viel Brot und Gebäck brauche ich für sechs Personen?
Für unseren Brunch rechnen wir mit sechs Croissants
und ungefähr 500 g gutem Brot.
Bei sehr guten Essern oder wenn der Brunch lange dauert,
kann zusätzlich ein kleines Baguette sinnvoll sein.
Wie viele Eier brauche ich für sechs Personen?
Für unsere Frittata verwenden wir zehn Eier.
Da zusätzlich Brot, Käse, Lachs, Schinken und weitere Komponenten auf dem Tisch stehen,
reicht das für sechs Personen gut aus.
Was kann ich bereits am Vorabend vorbereiten?
Den Kräuter-Frischkäse kannst du komplett vorbereiten.
Getränke können kaltgestellt,
Geschirr und Board herausgelegt und Zutaten kontrolliert werden.
Avocado, Brot und die warme Frittata würden wir erst am Morgen machen.
Wie groß sollte ein Brunch-Board für sechs Personen sein?
Wenn Schalen, Käse, Schinken, Lachs, Gebäck und frische Komponenten
gemeinsam präsentiert werden sollen,
würden wir großzügig planen.
Ein Board ab ungefähr 70 cm Länge bietet deutlich mehr Möglichkeiten
als ein klassisches kleines Schneidebrett.
Muss alles auf einem Board liegen?
Nein.
Gerade Joghurt, Granola, Getränke oder zusätzliche Croissants
dürfen problemlos daneben stehen.
Das Board soll Struktur schaffen – nicht jede freie Schüssel im Haushalt ersetzen.
Kann ich die Frittata auch kalt servieren?
Ja.
Sie schmeckt auch lauwarm oder bei Raumtemperatur gut.
Genau deshalb eignet sich eine Frittata deutlich besser für einen entspannten Brunch
als sechs einzeln gebratene Eier.
Was kann ich für Vegetarier ändern?
Schinken und Lachs einfach durch zusätzlichen Käse,
Hummus, geröstetes Gemüse oder einen weiteren Aufstrich ersetzen.
Die Frittata ist bereits vegetarisch.
FAZIT
Sonntag darf nach Sonntag aussehen
Ein guter Brunch braucht keine zwanzig verschiedenen Schalen
und niemanden, der den Vormittag am Herd verbringt.
Eine warme Frittata.
Gute Croissants und Brot.
Käse, Schinken und Lachs.
Zwei selbst gemachte Aufstriche.
Obst und etwas Frisches.
Fast alles lässt sich vorbereiten.
Der Rest kommt in den letzten Minuten dazu.
Und wenn um zehn die Tür aufgeht,
steht das Frühstück längst auf dem Tisch.
Sechs Leute. Ein großes Board. Und Sonntag hat endlich keinen Zeitplan mehr.